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RB Leipzig schreibt ostdeutsche Geschichte

16.10.20 (1. Bundesliga, Aktuelles, Champions Leaque, Startseite)

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RB Leipzig

RB Leipzig

Bild: Pixabay

Als RasenBallsport Leipzig im August in der Champions League gegen Paris Saint Germain antrat, schrieb der Club ostdeutsche Geschichte. Bis zu diesem Sommer war es keinem Fußballverein aus Ostdeutschland gelungen, so weit wie Leipzig im europäischen Wettbewerb zu kommen. Weder in der Champions League, der Europa League noch in den Vorgängerwettbewerben, dem Europapokal der Landesmeister und dem UEFA-Pokal war ein Team aus Ostdeutschland bis in das Halbfinale vorgedrungen. Leider konnte sich Leipzig im Halbfinale, welches im Lissabonner Stadion Estádio da Luz am 18. August ausgetragen wurde, nicht durchsetzen. Paris St. Germain besiegte Leipzig 3:0 und zog in das Finale der Champions League ein, das sie gegen Bayern München verloren.

Dass sich bisher kein Fußballteam aus der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik zusammengesetzt aus den Bundesländern Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern für ein Europapokalhalbfinale qualifizieren konnte, kann auf verschiedene Faktoren zurückgeführt werden. In erster Linie ist die Schwäche der ostdeutschen Vereine mit dem Zweiten Weltkrieg und die Trennung Deutschlands bis 1990 zu begründen. Die russische Herrschaft über die DDR hatte dazu geführt, dass die Clubs im Osten von den restlichen Vereinen in Deutschland und Europa isoliert trainieren und spielen mussten.

Zwar hatte die DDR unter russischer Führung vieles getan, um im Sport erfolgreich zu sein und somit ein starkes Image für Ostdeutschland zu schaffen, allerdings konzentrierte sich die Leistungsförderung hauptsächlich auf Individualsportarten. Hier sah die Führung die größte Chance auf Titel und es gewannen auch einige Sportler mit dem DDR-Wappen auf der Brust olympische Goldmedaillen. Heute ist bekannt, dass viele dieser Sportler leistungssteigernde Stimulanzen zu sich nahmen und somit einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz besaßen.

Die Fläche der ehemaligen DDR beträgt etwa 108.000 km². Dies ist etwa ein Drittel der heutigen Fläche der Bundesrepublik. Trotz der großen Ausmaße und einer Bevölkerung, die 1990 etwa 16 Millionen Menschen betrug, konnte sich auch lange nach der Wiedervereinigung Deutschlands kein Profifußballteam bilden, dass in Europa konkurrenzfähig ist. In Städten wie Berlin, Leipzig und Dresden bieten zwar sehr gute Standortfaktoren, trotzdem schlägt das deutsche Fußballherz in Westdeutschland. Neben München, welches zweifellos als Fußballhauptstadt Deutschlands bezeichnet werden kann, waren auch Teams aus dem Ruhrgebiet in den letzten Jahrzehnten deutlich erfolgreicher als Mannschaften aus dem Osten.

Mit RB Leipzig, das sich gestützt von den Geldgebern Red Bull in wenigen Jahren zu einem Topteam in Deutschland entwickeln konnte, ist ein neues Team und ein neuer Standort auf der Fußballkarte Deutschlands erschienen. Zwar stehen die Leipziger immer wieder unter Kritik, da sie durch Millionen von Euros des österreichischen Getränkeherstellers „unnatürlich gewachsen“ sind, doch muss man das Team sehr loben. Sie Spielen nun seit Jahren um die Champions League Plätze in der Bundesliga und haben Leipzig bei Fußballfans rund um den Globus bekanntgemacht. Trotz der guten Leistungen der Leipziger werden sie wohl erneut nicht um die Meisterschaft spielen. Hier gilt Dauermeister FC Bayern München auch diese Saison als absoluter Topfavorit. Es ist davon auszugehen, dass der Einzug in das Champions League Halbfinale kein Zufall war und die Leipziger in den nächsten Jahren weitere Rekorde des ostdeutschen Fußballs aufstellen werden.

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